Hochinteressante Exkursion des DFFK nach Bassenheim am 16.04.2016
 
„Bassenheim? Was hat ein kleines Eifeldorf mit der Deutsch-Französischen Freundschaft zu tun? Und wo liegt das überhaupt?“ – Vielleicht stellen Sie, lieber Leser, sich diese Fragen ebenso, wie einige Vereinsmitglieder sie stellten, als der Ausflug dorthin auf der Jahreshauptversammlung des Vereins angekündigt wurde. Die Frage nach der Lage ist schnell beantwortet: ungefähr 12 Kilometer westlich von Koblenz. Die Frage nach der deutsch-französischen Freundschaft ist dagegen schon etwas komplexer, aber sie wurde am letzten Samstag erschöpfend beantwortet. Tatsächlich hat Bassenheim mehr zu bieten als nur gute Luft (immerhin ist es ein Luftkurort!). Als da wären: der berühmten „Bassenheimer Reiter“, ein wunderschönes altes Rittergut (in Privatbesitz), ein liebevoll gestalteter Dorfplatz mit mehreren historischen Gebäudeensemblen und eine überaus reiche Geschichte. 
Über all das und noch mehr informierte uns unser einheimischer Führer Josef Seul mit viel Wissen, Witz und Begeisterung für seine Gemeinde. Der Reiter ist ein wunderschönes Werk des Naumburger  Meisters, über dessen Geschichte und seinen Weg nach Bassenheim uns Josef Seul ebenso gekonnt informierte, wie Rudolf Heller über die Biografie des dargestellten heiligen Martin von Tours. Obgleich die Exkursionsteilnehmer in den Genuss all dessen kamen, war das Hauptziel unseres Besuchs die Adenauer-Schuman-Gedenkstätte, die an das erste Treffen der beiden Staatsmänner nach dem verheerenden 2. Weltkrieg erinnert. Dieses lange geheim gehaltene Treffen stellt den eigentlichen Beginn der sich dann entwickelnden freundschaftlichen Beziehungen zwischen Frankreich und Deutschland dar. „Robert Schuman? Warum Schuman? Waren es nicht Konrad Adenauer und Charles de Gaulle, denen wir die Aussöhnung unserer Länder zu verdanken haben?“, werden Sie nun vielleicht fragen. Tatsächlich erzählt Konrad Adenauer in seinen Memoiren von einem bis dahin geheimen Treffen mit Robert Schuman, dem damaligen französischen Außenminister, in der Bassenheimer Burg, bei dem es darum ging, wie die verheerende so genannte Erbfeindschaft zwischen Deutschen und Franzosen ein für alle Mal zu überwinden wäre. Unter anderem wurde bei diesem Treffen der Verbleib des zu diesem Zeitpunkt von Frankreich besetzten  Saargebietes bei Deutschland erstmals auch von französischer Seite in Erwägung gezogen. Und so wurde der eigentliche Grundstein der Verständigung zwischen Deutschland und Frankreich in Bassenheim gelegt. Ohne das geheim gehaltene Bassenheimer Treffen – so viel kann heute als sicher angesehen werden – hätte die Geschichte der deutsch-französischen Aussöhnung einen anderen Weg genommen. Dieser historischen Tatsache sollte nach dem Willen engagierter Bassenheimer Bürger durch die Errichtung einer Gedenkstätte endlich Rechnung getragen werden – und sie haben es geschafft, die benötigten erheblichen finatel zusammen zu bringen.Diese und viele andere interessante Fakten legte Josef Seul, langjähriger Kommunalpolitiker, profunder Kenner seiner Heimatgemeinde Bassenheim und Mit-Initiator der Gedenkstätte an das heute legendäre Treffen, auf anschauliche und spannende Weise dar – und ermöglichte uns obendrein einen Besuch im wunderschönen, im Privatbesitz befindlichen Schlosspark, sowie im Martinusmuseum, dem Heimatmuseum der Gemeinde Bassenheim. Bei einem abschließenden Cafébesuch äußerten sich die Teilnehmer durchweg begeistert – ebenso von der Schönheit des Ortes, wie auch von der ansteckenden Begeisterung unseres orts- und fachkundigen Begleiters.
 

 
 
letzte Änderung: 04.10.2017
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